Teil 2 - Mustergliederung 'Lastenheft IT-Neubau'

Flächen, organisatorisch-technische Beziehungen und Leistungsdaten

Wichtig ist - und in diesem Falle weitgehend versäumt – zum einen die Darstellung der technisch-organisatorischen Beziehungen der Flächen und zum anderen die Ermittlung der Leistungsdaten der technischen Aggregate, die in diesen Flächen angesiedelt werden sollen. Nur wenn die zu erwartenden Leistungsdaten erhoben werden, dabei zwischen gegenwärtiger Erwartung und denkbarer Entwicklung unterschieden wird, lassen sich technische Vorgaben machen und der Flächenbedarf aus den so gewonnenen Infrastrukturerkenntnissen ermitteln. Nur so lässt sich auch die Grundsatzforderung nach künftiger Flexibilität in der Nutzung erfüllen.

2.1 Grundsätzliches

Das Kapitel "Grundsätzliches" muss den Planern Zielvorgaben geben. Die weiteren Ausführungen eines Lastenheftes haben diese Ziele dann zu operationalisieren.

2.2 Flächen für den Informationsverarbeitungs-Betrieb

2.2.1 Unbediente Rechnerräume

2.2.2 Bediente Rechnerräume, Operatorfunktionen,

2.2.3 Flächen für die Telekommunikation

Gerade bei diesen Flächen wird gesündigt. Auch in dem konkreten Beispiel. Traditionell sind in vielen Unternehmen Zuständigkeiten für Telefon und Datenverarbeitung in unterschiedlichen Ressorts angesiedelt. Telefon bei Bau und Allgemeine Verwaltung, Datenverarbeitung in einem zumeist eigenen Ressort Org/DV. Dabei hat man noch nicht mitbekommen,

  • dass die TK-Anlage nichts anderes ist als ein Computer, der zufällig telefonieren kann und
  • dass die Abhängigkeit vom Telefon die vom Rechner nicht selten heute übersteigt.
    Etwas überspitzt findet man heute schon manchen sagen: "IT soll nicht ausfallen, TK darf nicht ausfallen."

So war auch in diesem Beispiel für die Infrastruktur des IT-Bereichs n+1 vorgesehen und teilweise eine Verteilung von Hardware auf verschiedene Räume, um das Ausfallrisiko zu reduzieren. Nicht so bei der TK-Anlage. Sie wird auch heute noch fröhlich als eine Einheit mit einer Versorgungstechnik fern von n+1 geplant. Todsünde, wenn Ausfallsicherheit eine grundsätzliche Anforderung ist.

Zu denken ist in diesem Zusammenhang auch an:

2.2.4 Infrastrukturräume und ihre Ausstattung und Sicherung

2.2.5 PC-Aufbereitung und –Auslieferung

2.2.6 Disponible Flächen

Unter disponiblen Flächen versteht man solche, die umnutzbar und dabei sicherungsfähig sind. Ein sicherungsfähiger Lagerraum für PC und andere Hardware kann z.B., wenn man ihn entsprechend positioniert und vielleicht marginal vorrichtet, in einen Systemraum umgewandelt werden. Systemräume können bei entsprechender Planung in Büros umgewandelt werden, wenn sie nicht mehr in der Größe benötigt werden sollten, was nach Strukturveränderungen in Konzernen nicht selten der Fall ist. So hat das Planerteam des Autors bei einem RZ die unbedienten Flächen in einem Obergeschoss so vorrüsten lassen, dass sie mit den bedienten Flächen, die über Fenster verfügten, zusammengelegt werden konnten und heute eine hochwertige Büronutzung den Wert der Immobilie sicherstellt, obgleich sie als (heute – 17 Jahre danach - im Konzern nicht mehr benötigtes) Rechenzentrum geplant war.

2.3 Leistungsdaten, Lasten

Hier empfiehlt es sich, nach verschiedenen Methoden vorzugehen.

  • Nach der Elementmethode sind die vorhandenen Werte zu ermitteln. Sie betreffen Energieverbrauch, Wärmeentwicklung, Flächenbedarf je Gerät inkl. Wartungsflächen und Gewichte. Hinzu kommt die Einschätzung der Systeme für die Zukunft. Erfahrene Planer wissen viel über die Entwicklungen, die auf uns zukommen und berücksichtigen sie.
  • Nach der Methode des Betriebsvergleichs kann der erfahrene Planer aus Entwicklungen, die andere Unternehmen schon begangen haben, Rückschlüsse auf den aktuellen Fall ziehen.
  • Aus beiden Methoden ergeben sich Hoch- oder "Runter"-Rechnungen. Korrekturen werden z.B. aus der mittelfristigen Unternehmensplanung etc. eingeführt.

 

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